Hidden Champions
Barcode
Dass er kaum auffällt, ist eine Stärke: Ein paar Linien, ein paar Zwischenräume – das passt auf quasi jedes Produkt und ist überall dort nützlich, wo es darauf ankommt, dass Informationen schnell und fehlerfrei weitergegeben werden. Inspiriert wurde der Barcode vom Morse-Alphabet, in dem kurze und lange Signale unterschiedlichen Buchstaben entsprechen. In den Alltag kam der Barcode im Jahr 1974, als in einem Supermarkt in Ohio erstmals eine Packung Kaugummi an der Kasse gescannt wurde. Seither sind Barcodes auf über einer Milliarde Produkten weltweit zu finden, und sie werden täglich etwa zehn Milliarden Mal gelesen.
Das menschliche Auge kann mit einem Barcode nicht sonderlich viel anfangen. Es lässt sich zwar erkennen, dass die senkrechten schwarzen Balken unterschiedlich breit sind, mehr aber auch nicht. Maschinen können dagegen einen Barcode blitzschnell einlesen und in eindeutige Produktnummern übersetzen. Das ist auch für den Umschlag bei Gebrüder Weiss unerlässlich: Jeder Scan verrät, was in einer Sendung steckt, wohin sie geht und wie sie weiterbewegt wird. Eine moderne Logistik wäre ohne diesen Standard kaum denkbar.
Neben klassischen Barcodes kommen heute zweidimensionale QR- oder Datamatrix-Codes zum Einsatz. Sie können mehr Informationen speichern und flexibler eingesetzt werden. Doch auch sie folgen demselben Prinzip: Information wird in ein optisches Muster übersetzt. Und das klappt einfach super.
Die Welt ist voller Dinge, die zuverlässig tun, was sie sollen. Sie regeln den Verkehr, machen den Paketversand einfach oder sorgen dafür, dass Abläufe planbar sind und nicht ins Stocken geraten. Wir verlassen uns auf sie – und denken nicht weiter über sie nach. Stattdessen gilt unsere Aufmerksamkeit meist dem, was alles nicht so gut funktioniert.
Schade eigentlich. Denn schaut man genauer hin, lässt sich an den einfachen Dingen viel entdecken. Ob Kreisverkehr, Barcode, Checkliste oder Atemübung: Hier wirken Prinzipien, die dem Menschen und seinen Bedürfnissen entgegenkommen. Und wer versteht, warum etwas funktioniert, schärft seinen Blick dafür, wie sich der eigene Alltag leichter oder entspannter gestalten lässt.
In ATLAS #25 laden wir Sie daher zu einem Perspektivwechsel ein und richten den Fokus auf kleine Systeme, die wirklich Großes leisten.
